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Hilfe für Mauersegler

die folgenden Informationen wurden uns zur Verfügung gestellt von
Gaby Schwarz, Düren

 

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Hilfe für Unglücks- und Unfallvögel!

 

Übersicht:
Erste Sofortmaßnahme beim Finden eines Mauerseglers!
Woran erkennt man Mauersegler?
Warum findet man Mauersegler hilflos am Boden liegend?
Wissenswertes über den Mauersegler!
Seine Art zu leben!
Nestbau und Brutgeschäft
Wetterflucht und Hungerschlaf
Hilfe!
Die Aufzucht in Menschenhand!
Was füttern?
"Gekrönte Heimchen" für empfindliche Segler...
Notfälle!
Notfälle 2
Behältnisse
Die Endphase der Aufzucht
Der Start!
Mauerseglerschutz
Copyright-Hinweis
Weitere Kontakte und nützliche Adressen:

 

Erste Sofortmaßnahme beim Finden eines Mauerseglers!

Besorgen SIE sich einen Karton, der dem Wildvogel genügend Platz bietet. Versehen SIE diesen mit Luftlöchern. Legen SIE den Boden mit mehreren Küchenrollen aus. Legen SIE den Segler nun hinein.
Jetzt können SIE ihn bequem und sicher transportieren. Fahren Sie am Fundtag bitte zu einem fachkundigen Tierarzt. Dieser wird den Wildvogel eingehend untersuchen. Bitten SIE den Tierarzt in der Praxis, an Ort und Stelle, dem Mauersegler einige Tropfen lauwarmes Wasser aus der Einwegspritze ohne Kanüle zu geben.
Anschließend fragen SIE nach einer fachkundigen Pflegestelle. In der Regel kennt der Tierarzt seriöse Adressen.
Gibt es für SIE keine Möglichkeit, einen Tierarzt aufzusuchen, so geben SIE ihm selbst lauwarmes Wasser. Versuchen SIE nicht, den feinen Schnabel mit Gewalt zu öffnen. Dabei könnte der Schnabel brechen. Das wäre für den Segler sehr schmerzhaft.
Deshalb befolgen SIE folgenden Rat: Halten SIE eine Tasse lauwarmes Wasser bereit. Tauchen SIE Ihren Zeigefinger dort hinein. Wenn SIE den Finger jetzt aus dem Wasser nehmen, entsteht an der Fingerkuppe ein Tropfen. Streichen SIE jetzt mit diesem Tropfen seitlich am Schnabel des Vogels vorbei. Wiederholen SIE den Vorgang mehrmals.
KEINE Futterexperimente! Diese führen kurzfristig zum qualvollen Tod!
Kümmern SIE sich jetzt bitte um fachkundige Unterbringung. Das Tierheim , die Tierärzte und die Tierhilfe IHRER Umgebung kennen die Adressen und Anlaufstellen. Es wird Ihnen, vor allem IHREM Findling umgehend weiter geholfen.

 

Woran erkennt man Mauersegler?

Woran erkennt man einen Mauersegler?
Der Mauersegleraltvogel ist am bräunlich- schwarzen Gefieder zu erkennen. Die Kehle ist grauweißlich.

Der Mauerseglerjungvogel ist am grau- schwarzen Gefieder zu erkennen. Die Federn an der Stirn, am Großgefieder und an den Flügeldecken sind weiß gesäumt.

Der Mauerseglerjungvogel, sowie der Mauersegleraltvogel haben noch weitere, gemeinsame Merkmale:

Da sind die zurückentwickelten Klammerfüßchen,
die kurzen Beine,
die vier nach vorne gerichteten Krallen,
sowie die wunderschönen, langen, sichelförmigen Flügel.

Wovon ernähren sich die Mauersegler in ihrer natürlichen Umgebung, in Freiheit?
In Freiheit ernähren sich die Segler ausschließlich im Flug von Insekten! Spinnen stehen auf seinem Speiseplan, sowie Schlupfwespen, Fliegen, Ameisen, Eintagsfliegen und Schmetterlinge.
Links oben und links unten ist der Jungvogel zu sehen, rechts ist jeweils der Altvogel zu sehen.

 

Warum findet man Mauersegler hilflos am Boden liegend?
Jungvögel fallen aus dem Nest, weil sie im heißem Sommer nach Abkühlung suchen. Sie fallen aber auch aus dem Nest, weil sie sehr hungrig sind, sich zu weit vom Nest entfernen, das Einflugloch aufsuchen, das Gleichgewicht verlieren und abstürzen. EIN ZURÜCK gibt es dann nicht mehr! Der Mauersegleraltvogel betreut sein Junges, hilflos am Boden liegend, NIE MEHR! Es ist verloren! Es sei denn, wir nehmen sich SEINER fachkundig an. Ein Junges, welches zu früh das Nest verlassen hat, gilt für das jeweilige Brutpaar als selbstständig. Zudem würde sich ein Altvogel selbst in Lebensgefahr bringen, wenn er auf dem Boden landen würde.
Erfahrene Altvögel liegen am Boden, weil sie beispielsweise mit einem Artgenossen um einen Nistplatz gekämpft haben. Diese Kämpfe können Stunden dauern, entkräften sehr und können böse Verletzungen nach sich ziehen. Denn die Klammerfüßchen sind kräftig und nicht zu unterschätzen.
Aber auch Dauerregen, anhaltende Kälte und kräftige Winde sind Gründe, um geschwächt und abgemagert zu Boden zu gehen.
Warum können Mauersegler nicht vom Boden weg starten? Mauersegler haben kurze Beine und vier nach vorne gerichtete Zehen. Wenn sie am Boden sind, bewegen sie sich robbenartig vorwärts. Sie wirken hilflos, sind schreckhaft und ängstlich. SIE fühlen sich am Boden gar nicht wohl und spüren: ICH bin in Lebensgefahr!

 

Wissenswertes über den Mauersegler!
Die zurückentwickelten Klammerfüßchen, seine kurzen Beine, lassen ein Starten vom Boden weg kaum zu. Im Kreis markiert: Die Klammerfüßchen
Ab Mitte April kann man den Mauersegler bei uns am Himmel beobachten. Anfang Mai sind sie alle vollzählig bei uns eingetroffen.
Mauersegler überwintern in Südwestafrika, bis runter zum südlichen Wendekreis(Kalahari). Er folgt dem höchsten Sonnenstand bis nach Südwestafrika. Da in Afrika die Regenzeit mit dem höchsten Sonnenstand wandert, nutzt der Mauersegler die natürlichen Gegebenheiten und folgt ihm. Denn die Regenzeit bedeutet Wasser. ...,und Wasser ist das Lebenselixier aller existierenden Lebewesen unseres Planeten. So findet der Segler Insekten im Überfluß.
Der Mauersegler unternimmt regelrechte Wanderungen durch Afrika und folgt dem höchsten Sonnenstand, um vom Reichtum seiner Nahrungsquelle zu profitieren. Ein sich alljährlich wiederholender Kreislauf, den der Mauersegler zu nutzen weiß.

 

Seine Art zu leben!
Der Mauersegler ist ein absolutes HIMMELKIND. Denn er putzt sein Gefieder während des Fluges, er schläft bevorzugt in 1500 Metern Höhe, er trinkt fliegend aus Bächen und jagt im Flug nach Insekten. Seine breite Mundspalte, die bis unter die Augen reicht, ermöglicht ihm einen gezielten, erfolgreichen Fang.
Die Weite des Himmels ist sein Lebenselement. In Mitteleuropa ist unser Apus apus weit verbreitet, obwohl er anderen Orts wieder völlig fehlt. Weltweit gibt es 70 verschiedene Seglerarten, die alle mit dem Kolibri verwandt sind. Europaweit gibt es vier bekannte Arten. Da haben wir unseren besagten Mauersegler, sowie den Alpensegler, den Fahlsegler, als auch den Kaffernsegler.
Der Fahlsegler ist dem Mauersegler im Gewicht und Aussehen ähnlich.
Der Alpensegler hingegen ist wesentlich größer, als unser Mauersegler.
Der Kaffernsegler ist nur halb so groß.
S t e c k b r i e f
Art: Apus apus Familie: Apodidae
Gewicht: 40 bis 50 Gramm
Körpergröße:
17 cm
Brutzeit: von Mai bis Juli
Gelege: 2 bis 3(4) reinweiße Eier Brutdauer: 18 bis 20 (22) Tage
Aufzuchtzeit: 42 Tage
Lebensdauer: bis 21 Jahre (Duchschnittsalter 7 Jahre)
Nahrung: ausschließlich lebende Insekten aus der Luft Besonderheit: Wenn es der Mauersegler geschafft hat, 21 Jahre alt zu werden, so hat er 4Millionen Kilometer zurück gelegt oder 97 mal die Erde umkreist. ER schläft fliegend!
Der Mauersegler ist nur ein kurzer Sommergast. Seine Brut- und Aufzuchtzeit ist von Mai bis Ende Juli, ja sogar bis September. Wenn er im Frühjahr zu uns zurück kehrt, hat er nur eines im Sinn: ER WILL SEINE ART ERHALTEN! Beide Geschlechter suchen einander und bleiben sich ein Leben lang treu. Der Mauersegler ist erst im Alter von zwei Jahren geschlechtsreif. Doch wenn er zum ersten Mal aus seinem Winterquartier zurückkehrt, sucht er schon nach einer geeigneten Brutstätte und auch nach einer geeigneten Partnerin. In der Regel halten feste Partnerbindungen ein Leben lang. Ihre Brutstätte liegt in mindestens acht Metern Höhe. Beide suchen für ihre Brut einen sicheren Aufzuchtplatz, sowohl in Ritzen, als auch in Spalten an unseren Häusern.

Vier junge Mauersegler

 

 

Nestbau und Brutgeschäft

Mauerseglernest

 

 


Mauerseglerbabies

Ist endlich eine Bruthöhle gefunden, wird sich um den Nestbau gekümmert. Beide Elternteile sammeln fleißig im Flug : Federchen, Heu- und Strohhälmchen. Die Fertigstellung eines Nestes dauert dreizehn Tage. Um dem Nest genügend Festigkeit zu geben, dient der Speichel als Kleister. Die Drehbewegungen des eigenen Körpers lassen die Nistmulde entstehen. Das Nest hat einen Durchmesser von 12 Zentimetern. Kaum ist das Nest fertig gestellt, wird auch schon mit der Eiablage begonnen. Alle zwei Tage wird ein Ei gelegt. In der Regel legt das Weibchen drei Eier. Das Gelege wird von beiden Elternteilen abwechselnd bebrütet, schlafen nun beide nachts auch auf dem Nest. Das ist nicht üblich. Wenn nun beide Altvögel abwechselnd die Brutpflege übernehmen, so bleibt noch genügend Zeit sich auszuruhen. Das ändert sich schlagartig, sobald das erste Junge schlüpft. Dann müssen die Jungen ständig gewärmt und mit Insekten versorgt werden.

Wo genau brütet das Altvogelpärchen?
Ursprünglich war der Mauersegler ein Felsenbrüter. Mittlerweile sucht er aber an menschlichen Bauten, an Häusern, an Türmen, unter Dächern an alten Häusern, in Ritzen und Spalten versteckt, seine Bruthöhle. Am Nistplatz ist es dämmrig. Es gelangt nur wenig Licht an diesen Ort.

Was füttern die Eltern ihren Jungen?
Ein Altvogel kann in fünf Minuten zweihundert Insekten erjagen. Ein Futterballen besteht aus 90 bis 300 lebenden Insekten. Dem Futterballen ist zudem körpereigener Speichel beigemengt. Der Altvogel steckt sein Schnäbelchen und den Vorderteil seines Kopfes in den Schlund des Jungen. Auf diese Weise gibt der Altvogel den Futterballen an das Junge weiter. Das Junge wird daraufhin saugen und schlucken. Ein Futterballen kann bis zu drei Gramm wiegen.

 

Wetterflucht und Hungerschlaf
Der schlimmste Feind des Mauerseglers: Kälte und Dauerregen!
Ab 12 Grad abwärts und darunter gibt es nicht mehr ausreichend Insekten zu fangen. Bei anhaltendem Dauerregen gibt es gleich gar keine Fangerfolge mehr zu verzeichnen. Nahrungsengpässe sind tödlich!
Dann ist es für den Luftakrobaten unmöglich, erfolgreich zu jagen. Geschieht das während der Brutsaison, so bleibt dem erfahrenen Altvogel nur noch ein einziger Ausweg: ER begeht Wetterflucht! Das heißt, er versucht der Schlechtwetterfront zu entfliehen, ihr auszuweichen, seinem Instinkt vertrauend, hunderte Kilometer vom Nistplatz entfernt, dorthin, wo er wieder ausreichend Insekten in der Luft zum sicheren Überleben vorfindet, um sein eigenes Leben zu retten.
NUN warten die Jungen vergeblich auf die Altvögel. Jetzt setzt eine Schutzfunktion bei den Kleinen ein. Sie fallen in den Hungerschlaf. Wenn der Hungerschlaf einsetzt, verlieren die Nestlinge schnell an Gewicht. Magen und Darm werden zuallererst entleert. Als nächstes werden zum Weiterleben die Fettreserven und zuletzt die kräftige Brustmuskulatur abgebaut. In den ersten zwei Tagen nimmt der Nestling bis zu sechs Gramm pro Tag ab.
Dann verlangsamt sich die Abnahme, nun wird auch die Gefiederentwicklung eingestellt. Ein Junges kann tagelang hungern. Wenn jetzt nicht bald die ersehnte Hilfe kommt, stirbt der Kleine einen qualvollen Hungertod. ......, oder wagt den verzweifelten Todessprung aus dem Nest.


Ein breiter Schlund ermöglicht das Fangen von Fluginsekten wie mit einem Käscher und die sichelförmigen langen Flügel machen ihn wendig und schnell - startreifer Jungvogel.

 

 

Hilfe!
Das Himmelkind braucht Hilfe! Wenn die Verzweiflung das Junge aus dem sicheren, geborgenen Nest trieb, ist es augenblicklich verloren. Es kann sich noch nicht selbst versorgen. Zum Fliegen reicht es einfach nicht, seine viel zu kurzen Flugfedern, sein unreifer Entwicklungszustand machen den Wunsch: FLIEGEN ZU WOLLEN unmöglich.
Wenn der Nestling Glück hat, gelangt er in fachkundige, liebevolle Hände. Ein Brutkasten leistet wertvolle Dienste, wenn es darum geht, einem nackten Nestling zu helfen.
Aber auch befiederte Artgenossen finden Hilfe darin, wenn sie bis auf die Knochen abgemagert sind. Im ausgehungerten Stadium wiegt ein Segler 20 Gramm. Er ist in größter Lebensgefahr.
In meiner Hand liegt ein Bündel Leben, das die nächsten acht Stunden ohne meine Hilfe nicht überleben würde. Das Sorgenkind ist mir völlig ausgeliefert.
Die Atmung ist flach, kaum noch wahrnehmbar.
Der Vogelkörper fühlt sich kalt an. Manche Mauersegler haben in diesem Stadium sogar erstaunlicherweise noch die Kraft zu fiepsen, mich fremden Riesen klagend anzubetteln, um ihren Lebenswillen unter Beweis zu stellen. Jetzt gilt es, gesundes Leben aufzupäppeln und später erfolgreich der Natur zurückzugeben.

 

 

Die Aufzucht in Menschenhand!


Hilfsmittel: Pinzette und Soritze

 


Heimchen

Das Füttern erfordert eine gehörige Portion Geduld und Fingerspitzengefühl. Mauersegler lassen sich im allgemeinen nicht gerne zwangsfüttern. Das ist gegen ihre Natur. Doch um erfolgreich heranzuwachsen, muß er von uns zwangsgefüttert werden. Vor dem Füttern werden die Hände gewaschen. Es dürfen keine Seifenrückstände oder ähnliches auf der Haut zurück bleiben. Diese sind gar nicht gut für das Gefieder des Vogels.
Um erfolgreich füttern zu können, setzt man sich dann an einen Tisch. Den Mauersegler legt man auf ein Handtuch. Der Segler wird jetzt mit der linken Hand festgehalten. Mit der rechten Hand und einer stumpfen Pinzette lässt sich der feine Schnabel gut öffnen. Eine Spritze mit Wasser und das stumpfe Hilfsmittel zum Öffnen des Schnabels. Nun können SIE das Futtertier vorsichtig in den Schlund des Vogels legen.
Bei jedem weiteren Heimchen, muß der Schnabel erneut geöffnet werden. Heimchen und Fliegen sind ideale Futtertiere. Man bestellt sie am besten über das Internet bei einem guten, seriösen "Futterinsektenversand“.
Zwei Zentimeter große Heimchen sind ideal.
Vergessen Sie nie, die Beine der Heimchen abzudrehen. Diese dürfen nicht verfüttert werden. Akute Erstickungsgefahr wäre die Folge. Auch innere Verletzungen beim Schlucken wären nicht auszuschließen. Neben den Heimchen gebe ich mehrmals am Tag, als Kraftnahrung, frische Drohnenbrut vom Imker. Diese ist sehr nahrhaft. Am besten sind die LILA KÖPFCHEN. Diese sind nicht zu weich und nicht zu hart. Also im richtigen Stadium, ideal zum Verfüttern. Man tötet diese ebenfalls, wie die Heimchen durch Tiefgefrieren ab, und kann sie dann portionsweise entnehmen.

 

Was füttern?

Wem das Heimchen zu groß erscheint, kann dem tiefgefrorenen Insekt den Kopf abbrechen. Neben den Heimchen kann man auch Fliegen verfüttern. Doch muß man die Fliegen als Maden kaufen. Innerhalb von zwei Wochen haben sie sich zu Fliegen verpuppt. Man tötet sie genau so ab, wie die Heimchen.
Aber Vorsicht, die leere Hülle, aus der die Fliege geschlüpft ist, darf nicht mit verfüttert werden. Die Hülle ist unbrauchbar und diente nur zum Schutz der Made während der Entwicklungsphase.

Das Wiegen dient zur täglichen Kontrolle.
Faustregel: Wiegt der Vogel zu viel, gibt man weniger Futtertiere. wiegt der Vogel zu wenig, füttert man öfter und mehr.
Die tägliche Gewichtskontrolle
Der Jungvogel muß stetig ein paar Gramm pro Tag zunehmen. Das Höchstgewicht von 55 Gramm darf keinesfalls überschritten werden. Ideal sind 50 Gramm beim Jungvogel.
Gesunde Altvögel weisen ein Mittelgewicht von 45 Gramm auf. Mauersegler in Menschenhand schnappen nur sehr selten nach dem angebotenen Futter. Die ZWANGSFÜTTERUNG ist die Regel. Der Jungvogel braucht 45 Tage, um ausgewachsen und selbstständig zu sein.

Bedenken!
Für die Mauersegler sind die Heimchen als Futtertiere ideal. Auch die Fliegen sind absolut in Ordnung. Leider beobachte ich jedes Jahr die selben Schwierigkeiten. Es gibt Mauersegler, die das Futtertier problemlos schlucken. Andere wiederum befördern das Heimchen mit der Zunge nach draußen, anstatt es anzunehmen. Mich stimmt das säuerlich, doch ich muß das Verhalten schweigend dulden. Deshalb habe ich mich bei diesen Sorgenkindern für eine Variante entschieden, die sie gerne annehmen. Versuche aber auch immer wieder ausschließlich die Heimchenfütterung durchzusetzen. Ich füttere bei Problemfällen: GEKRÖNTE HEIMCHEN und GEKRÖNTE FLIEGEN

 

"Gekrönte Heimchen" für empfindliche Segler...
Dem Kopf der Insekten wird eine erbsengroße Kugel meiner Futtermischung aufgesetzt. Da ich bevorzugt 80% Heimchen oder Fliegen verfüttere, brauche ich der Futtermischung kein reines, getrocknetes Insektenfutter hinzuzufügen. Meine Futtermischung besteht lediglich aus magerem Tatar mit sechs Prozent Fett und eingeweichten Beoperlen. Auf 200 Gramm Tatar ( erhält man roh beim Metzger) kommen 40 Gramm eingeweichte Beoperlen. Vitamine, Mineralstoffe und Kalk gebe ich täglich frisch nach Anweisung dosiert, so erziele ich eine optimale Kontrolle der Menge pro Vogel. Mittelfeste, gesunde Kotbällchen sind der Beweis einer gesunden Ernährung. Ich warne dringend davor, ausschließlich meine Futtermischung zu füttern. Mauersegler sind nämlich keine Fleischesser, sondern Insektenspezialisten!
Gekrönte Heimschen

 

Notfälle!
Als Notfall bezeichne ich Mauersegler, die verletzt oder stark abgemagert sind. Obwohl jeder gefundene Segler einen Notfall darstellt.
Verletzte Mauersegler werden von meinem Tierarzt behandelt und bei mir zu Hause medizinisch weiter versorgt, wenn Bedarf besteht. Stark untergewichtige Mauersegler ( ab 35 Gramm abwärts) bedürfen INTENSIVE PFLEGE. Abgemagerte Mauersegler erhalten jede halbe Stunde frischen Heimchenbrei aus der Spritze ohne Kanüle. Die frisch aufgetauten, abgespülten Heimchen drücke ich durch ein Teesieb, und ziehe das, was sich in der Tasse am Boden absetzt, mit der Einwegspritze auf. Ich benutze dafür extra eine 1 ml Spritze. Von dem Brei gebe ich alle dreißig Minuten 0,4 ml an Menge.
Dabei geht man vorsichtig vor. Man füttert langsam, Tröpfchen für Tröpfchen und lässt dem Sorgenkind Zeit, zu schlucken. Egal, wie heißhungrig das Himmelkind bettelt. Geben SIE nicht nach, geben SIE nicht mehr! Eine plötzliche Überlastung durch ein gutgemeintes, falsches ZUVIEL führt sonst rasch zum Tod. Der kleine, ausgehungerte Körper muß langsam an die normale Fütterung herangeführt werden. Das ist sehr wichtig.
Die ausreichende Flüssigkeitszufuhr dürfen wir ebenfalls nicht vergessen. Zu dem Heimchenbrei braucht der abgemagerte, kleine Vogel dringend Elektrolyte und Amynin. Diese zwei Präparate helfen dem Vogel sich schneller erfolgreich zu erholen. Die Elektrolyte gleichen den Verlust des Wasserhaushaltes aus. Das Amynin sorgt dafür, daß die langsam zugeführte Nahrung auch wirklich aufgenommen und vom Verdauungstrakt zerlegt wird. Auf: 50 ml abgekochtes, abgekühltes Wasser werden 2 ml Elektrolyt und 5 ml Amynin eingerührt und in einer Spritze aufgezogen. Davon geben sie zu dem Heimchenbrei alle halbe Stunde 4 Tropfen.

 



 

Notfälle 2



Mittelfestes Kotbällchen. Ein Beweis der optimalen Verdauung. Sobald der Findling über 40 Gramm wiegt, reicht es, IHN alle zwei Stunden, von morgens sechs bis abends zweiundzwanzig Uhr zu füttern.

Ich erwähnte, daß ich einen abgemagerten Mauersegler alle halbe Stunden mit Heimchenbrei, sowie Elektrolyt und Amynin versorge. Zusätzlich gebe ich aber noch zu jeder vollen Stunde ein aufgetautes Heimchen ohne Kopf. Ich verfüttere nur den weichen Körper. Denn etwas feste Nahrung ist ebenfalls von Bedeutung, um die Verdauung auf Touren zu bringen. Gleichzeitig kann ein bis auf die Knochen abgemagerter Mauersegler seine Körpertemperatur von 38,5 Grad nicht aufrecht erhalten. Der Vogelkörper fühlt sich kühl an. Deshalb bringe ich abgemagerte - befiederte, sowie nackte Mauersegler im Brutkasten unter. Etliche 18 Gramm leichte Mauersegler haben es deshalb geschafft, dem nahen Tod zu entgehen. Mauersegler unter 20 Gramm verweilen knapp acht Tage in meinem Brutkasten. Sobald der Segler regelmäßig mittelfeste Kotbällchen absetzt, kann man dazu langsam übergehen, mit der normalen Fütterung fort zu fahren.

 

Behältnisse



Welche Behältnisse eignen sich zur Pflege und Aufzucht?
Hier links sehen Sie eine selbstgebaute Holzkiste( geschlossene Vorderansicht). Diese Kiste wurde mit Lack beschichtet, um sie abwaschen zu können. Hygiene ist notwendig. Die Kiste hat einen Zwischenboden. So habe ich zwei Etagen. Ich nenne diese Kiste DOPPELDECKER.


Hier sehen Sie die Kiste geöffnet. Auf beiden Böden können jeweils sechs Mauersegler untergebracht werden. Mauersegler haben lange, sichelförmige Flüge. Deshalb müssen sie in Kisten oder Behältnissen mit glatten und hohen Wänden untergebracht werden. Ein VOGELKÄFIG kommt nicht in Frage!
Eine sehr gute Alternative sind Kunststoffbehältnisse. Um ein Entfliegen aus der Kiste zu verhinden, fertigten wir Holzdeckel an.

Da ich viele solcher Kisten besitze, habe ich eine Vielzahl dieser Abdeckungen.

 

Die Endphase der Aufzucht

Zum nahen Ende der Nestlingszeit wird der Mauersegler unruhig. Er möchte das Heimchen, oder das GEKRÖNTE HEIMCHEN nicht mehr schlucken. ..., und bricht es manchmal aus. Nun wird auch das Gefieder häufiger als sonst geputzt. ..., und seine Flugmuskulatur trainiert. Dann ist er etwa 42 Tage alt.
Muskeltraining in Gemeinschaft mit Artgenossen.
Zu seiner Sicherheit bleibt er aber noch drei weitere Tage in meiner Obhut. Dann ist er 45 Tage alt. Manche Mauerseglerjungvögel sind im Alter von 45 Tagen noch gelassen und ruhigen Gemütes. Diese Jungvögel behalte ich solange, bis sie etwa 48 Tage alt sind.
Die Federspulen auf der Unterseite beider Flügel zeigen an, daß der Jungvogel seine Gefiederentwicklung noch nicht abgeschlossen hat. Somit ist er noch nicht flugfähig.Wenn man ihn in diesem Stadium starten lassen würde, wäre ein Absturz einhundert Prozent s i c h e r!
Schließlich sind seine Flugfedern noch zu kurz, um seinen Körper tragen zu können. Ebenfalls spielt der Charakter des einzelnen Vogels eine wichtige Rolle. Es gibt die Eiligen, die nach ein paar Sekunden von der Hand weg starten. ..., und wieder andere, die Minuten brauchen, um zu verstehen, daß ich sie der Natur zurück geben möchte, weil sie erwachsen geworden sind.


Federspulen werden geprüft

 

Der Start!

Um einen Mauersegler erfolgreich starten lassen zu können, suche ich einen übersichtlichen Standort mit scheinbar endloser Weite. Mäßiger Wind und Sonnenschein sind ideale Bedingungen für den Jungfernflug. Ich stelle mich, mit dem Segler in der Hand, auf meine Aluleiter. Ich möchte mit der Leiter eine leichte Anhöhe schaffen. Der Start lässt meist nicht lange auf sich Warten.
Hier rechts sehen Sie, wie man einen Mauersegler erfolgreich starten lässt. Werfen Sie einen Mauersegler niemals in die Luft. Lassen Sie ihn selbst entscheiden!


Diejenigen, die ängstlich zu einem zurückkrabbeln, nimmt man wieder mit nach Hause und wartet nochmals drei Tage, um dann einen erneuten Start zu wagen. Dasselbe gilt auch für die Kameraden, die nach zehn Minuten immer noch in der Hand liegen und unschlüssig sind. Der Entschluß, sich von der vertrauten Hand fallen zu lassen, fällt den meisten nicht leicht. Wenn der Zeitpunkt aber gekommen ist, geht alles sehr schnell. Mit den Flügeln schlagend verlässt er meine Hand, fällt einige Zentimeter in die Tiefe, um dann aber fest entschlossen und zielstrebig in die Höhe zu steigen.

 

Mit dem Verlassen des Nestes oder dem Start von Menschhand, ist der Mauerseglerjungvogel selbstständig. Er braucht keine Hilfe oder Führung. Sein Instinkt entscheidet sich resolut für die Unabhängigkeit.

 

Mauerseglerschutz
Helfen Sie dem Himmelkind. Schaffen Sie Nistplätze.
Unterstützen Sie den Mauersegler, seine Art zu erhalten. Eigenbaunisthilfen sind eine sehr gute Möglichkeit, die Wohnungsnot der Mauersegler allerorts zu entschärfen.
Ausgediente, abbruchreife Altbauten müssen Neubauten weichen. Genau dort hat der Mauersegler etliche Generationen ausgebrütet und großgezogen. Aber auch Modernisierungen an Altbauten , sowie die architektonische Gestaltung an Neubauten, als auch deren Isolierungsmaßnahmen, verschließen jedem Himmelkind einen traditionellen Brutplatz. Somit gilt der Mauersegler als gefährdet.

Nistkastenmaße:
40 cm Breite 30 cm Höhe 25 cm Tiefe, Einflugloch: Durchmesser 5 cm Das Holz sollte naturbelassen sein. Der Nistkasten muß in mindestens sechs Meter Höhe angebracht werden. Ein freier Anflug muß gewährleistet sein. Der Nistkasten darf dauerhaften Sonneneinstrahlung niemals ausgesetzt sein. Das Einflugloch muß "ebenerdig", bodennah seinen Platz finden. Der Eingang von 5 cm Durchmesser sollte links oder rechts unten, nahe der Bodenplatte, beim Bau berücksichtigt werden. Denn würden SIE das Einflugloch zu weit über dem Boden anbringen, so wäre dies eine sichere Todesfalle für unser Himmelkind. Schließlich dürfen wir nicht vergessen, daß unser befiederter Freund kurze Beine hat, die ihm ein wieder HERAUSKLETTERN unmöglich machen würden.

 

 

 

Copyright und Kontakt:

Verfasserin:
Gaby Schwarz Gneisenaustraße: 11 52351 Düren Telefon: 02421/ 71213 Fax: 040 360 3423 383
e-mail:drnags11-at-aol.com
e-mail:Himmelkind-at-aol.com Homepage:http://hometown.aol.de/drnags11/homepage/tiere.html
Text und Bilder von Gaby Schwarz
Stand: 12.12.2001

Danksagungen!

Danken möchte ich meinem Mann Arnold und unserem gemeinsam Sohn Tino für ihr endloses Verständnis, ihre Mithilfe und ihrer Unterstützung während der Brutsaison.
Danken möchte ich ebenfalls:
Tierhilfe Jülich und Umgebung e.V. Mariengartenstraße:38 52428 Jülich für die tatkräftige und finanzielle Unterstützung in jeder Hinsicht.
Tierärztin Frau Christiane Haupt Erste Vorsitzende der: Deutschen Gesellschaft für Mauersegler e.V. An der Zingelswiese:32 65933 Frankfurt am Main für die tatkräftige, zuverlässige Unterstützung und Beratung!
Herrn Erich Kaiser Zweiter Vorsitzender der: Deutschen Gesellschaft für Mauersegler e.V. Margarethenstraße:16 61476 Kronberg für die zuverlässigen Informationen!

 

 

Weitere Kontakte und nützliche Adressen:
Mauersegler- Homepage http://www.swift.utigges.il.eu.org The Webpage about the Common Swift (A.apus)
The Virtual Magazine on The Common Swift http://swift.il.eu.org/APUSLife.html

Vogelpflegestation Gut Düendorf e.V.
Christian Erdmann
31515 Wunstorf
05031/8586
0171/6831000
christian.erdmann-at-arcormail.de