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| Vogelschlag
an Fensterscheiben: Millionen Vögel sterben beim Aufprall an
Glasscheiben. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse könnten Abhilfe
schaffen... weiter... |
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von Maria
Hoffmann Es ist
Januar und wir erfreuen uns an dem Gesang der Erlenzeisige, die ihr
frühes Lied zum besten geben. In vielen Gärten stehen Vogelfutterhäuschen
und in unserer Ortsrandsiedlung wimmelt es von gefiederten Wintergästen.
Plötzlich ein dumpfes Geräusch. Schon wieder ist ein Piepmatz
gegen die Scheibe geflogen. Dann die Erleichterung, es liegt kein toter
Vogel auf der Terrasse. Aber ein zweiter Blick raubt uns sämtliche
Illusionen, an der Scheibe klebt in einem Gemisch von Blut ein Stück
Horn, offenbar ein abgebrochener Schnabel. Der Vogel war davongeflogen
und ist dann später sicher verendet. Eines von den vielen tausend
Scheibenopfern, die Tag für Tag an durchsichtigen und spiegelnden
Glasflächen verunglücken. Es war
klar, dass die bisher im Innenraum vorgenommenen Schutzmaßnahmen
(Gardinen, Fensterschmuck) nicht ausreichten. Gerade in der Zeit zwischen
Mitte Januar und März kam es zu häufigem Vogelaufprall. Bei
klarem Wetter und tiefstehender Sonne war offenbar der Spiegelungseffekt
der freien Landschaft in der Scheibe besonders ausgeprägt. An solchen
Tagen kam es besonders häufig zu einem Vogelaufprall.
Sonnenschutzcreme? Das ist ein Scherz? Die Wende sollte mit einem im Internet aufgeschnappten Hinweis kommen, dass Sonnenschutzcreme gegen Vogelschlag helfen soll. Allerdings fasste ich das als Scherz auf, denn wer schmiert Sonnenschutzcreme an seine Fensterscheibe? Aber wer keine verunglückten Vögel vor seinem Fenster auflesen will, dem ist jedes Mittel recht. Es gab ja eine Hintertür, durch die man einen Versuch starten konnte, nämlich die auf der Außenseite des Fenster angebrachten Folien-Fensterbilder. Diese Folienbilder wurden nun mit einem Klecks Sonnenblocker versehen. Rein vorsorglich wurde die Creme nach einem Monat erneuert. Der Erfolg
verblüffte, zum erstenmal seit vielen Jahren gab es keinen Vogelaufprall..
Zufall? Dazu muss man wissen, dass es im Winter bei tiefstehender Sonne
nicht selten im 30 Minuten Takt zu einem Vogelaufprall kam. Für
den, der es näher wissen will: Die raumhohen, unbeschichteten Fensterscheiben
(ohne Gegenlicht) liegen im Erdgeschoss. Trotz Gardinen und Fensterschmuck
kam es regelmäßig zu Vogelschlag. In der Höhe der Aufprallereignisse
(etwa 1,50-1,70 Meter) ist im Abstand von etwa 10 cm ein transparentes
Dekorbild angebracht. Die Bilder sind etwa 10x10 cm groß. Die
Sonnenschutzcreme bleibt an der Folie haften, auch bei starken Regengüssen
gibt es kein Geschmiere.. Der Abstand von 10 cm entspricht einer Empfehlung der Schweizer Vogelwarte, wonach mit Streifen markierte Glasflächen mindestens zwei Zentimeter breit sein müssen und den Abstand von 10 Zentimetern nicht überschreiten dürfen (www.vogelwarte.ch, Link "Fragen").
Die herkömmlichen Schutzmaßnahmen können den Vogelschlag an Glasflächen mindern, aber nicht wirklich beseitigen. Bis die Forschung produktionsreife Alternativen anbietet, können aber noch Jahre vergehen, auf die wir auf die klassischen Hilfsmittel angewiesen sind. Die Wirkung kann jedoch mit Sonnenschutzmittel (Sonnenschutzcreme Lichtschutzfaktor 15) verstärkt werden! Die Forscher Dr. Friedrich Buer und Martin Regner weisen darauf hin, dass auch die bisher üblichen Schutzmaßnahmen wie Silhouetten, Streifen und Netze mit Substanzen, die UV absorbieren (z.B. Sonnenblocker), in ihrer Wirkung verbessert werden können. Nur durch Erprobung kann die Forschung ihre Erkenntnisse vertiefen. Für das heimische Fenster gilt, Gardinen, Rollos oder Jalousien sind geradezu ein Muss. Je dichter sie an die Scheibe angebracht sind, desto besser. Jeder Fensterschmuck, der die Transparenz der Scheibe mindert, ist geeignet. Dekorationen, die von außen angebracht sind (Dekorbilder, Glasmalereien) unterbrechen den Spiegelungseffekt besonders wirkungsvoll. Im Handel erhältliche Dekor-Folienbilder (ohne Kleber statisch selbsthaftend) sind quasi unverwüstlich und eignen sich hervorragend für die Außenanbringung. Auch die zur Zeit sehr verbreiteten Window-Color-Bilder lassen sich gut auf die Außenseite des Fensters anbringen, sind aber im Gegensatz zu den Dekorfolien auf dem Außenglas schwer zu entfernen. Da im Winter das Problem des Vogelaufschlages besonders groß ist, kann man auch Strohsterne auf die Außenscheibe befestigen. Im Handel gibt es robuste Strohsterne, die solche Prozeduren aushalten. Das Greifvögel-Silhouetten nicht mehr helfen als irgendeine beliebige Abbildung ist allgemein anerkannter Wissensstand, wenngleich der Glaube an deren Wirksamkeit (fast) ungebrochen ist. Die beste Schutzmaßnahme ist natürlich, den Einbau von spiegelglattem Glas auf unbedingt notwendige Flächen wie Fenster zu beschränken. Bei vielen Bauten im gewerblichen und öffentlichen Bereich ist strukturiertes und daher ungefährliches- Glas ausreichend. Hier ist die Lobbyarbeit der Naturschutzverbände stärker gefragt. Nur durch genügend öffentlichen Druck kann erreicht werden, dass auch nachträgliche "Entschärfungen" vorgenommen werden. So manchem glasklarem Wartehäuschen würden vertikal eingefräste Streifen sicher "gut zu Gesicht stehen."
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