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Spechte kontra Wärmedämmung und Klimaschutz? |
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Spechte
perforieren Hauswände! Birdnet
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updated: 18.01.01
Schäden durch Papageien (externer Link)
5.12.2004
Guten Tag,
Im
Süden von München war auch ein Reihenendhaus, das mit Styropor isoliert
worden war, durch Spechtbesuche im oberen Bereich etwa 30 - 40 cm von der Ecke
entfernt beschädigt worden. Auf Anraten der Beratungsstelle Vogelschutz/
Naturbund in der Klenzestraße hier in München wurden ca. 1 Meter
lange rot-weiße Absperrstreifen im beschädigten Bereich aufgehängt
(siehe Foto im Anhang). Der Specht kam, obwohl er weiter in der Nähe zu
beobachten ist nicht mehr zurück. Das Gebäude und die Isolierung bleiben
dabei unbeschädigt.
Mit freundlichen Grüßen
Axel Götz
axel.goetz-at-addcom.de
Betreff:
Schäden durch Spechte an Vollwärmeschutz auch in München
Datum: Fri, 13 Sep 2002 23:41:38 +0200
Von: "Peter Langer" <peterlanger59@compuserve.de>
An: <webmaster@birdnet.de>
Guten Tag!
Zwischen Herbst 1999 und Sommer 2002 konnte ich in München Ramersdorf folgende
Beobachtungen machen:
An zwei nebeneinanderliegenden, freistehenden Einfamilienhäusern traten
Schäden durch Spechte auf.
Haus 1: Vollwärmeschutz aus Polystyrol, Feinputz 1mm, glatt, Farbe hellgelb
Ca. 15 Löcher, Durchmesser etwa 4-5cm innerhalb weniger Monate, Frühjahr
und Herbst Löcher vorzugsweise in der Nähe der Traufe und an den Hausecken.
Es wurde ein einzelner Buntspecht beobachtet, der sich trotz des feinen Putzes
an der Fassade halten konnte.
Haus 2:
Vollwärmeschutz aus Mineralfaser, Grobputz 6mm, glatt, Farbe hellblau.
Ein Loch, Durchmesser etwa 4-5 cm, sowie eine begonnene Meißelstelle.
Analog zu Haus 1 wurde (offenbar der Selbe) Buntspecht beobachtet, wie er sich
am Putz festkrallte.
Der Specht wurde, besonders im Frühjahr mehrmals beobachtet, wie er hektisch
und scheinbar wahlllos Hauswände, Bäume, Strommasten aus Holz, die
Blechverkleidung eines Schornsteins und sogar eine Fernsehantenne! anging.
Offenbar hat das Tier Freude an möglichst lauten Klopfgeräuschen.Ob
die Präferenz für das Gebäude mit Polystyrol-Vollwärmeschutz
von einem lauteren Klang beim Draufklopfen, von der Farbe oder von Geruch oder
Geschmack abhing ist schwer zu beurteilen.
Die Feinheit, des Putzes scheint jedenfalls kein Kriterium zu sein, das den
Specht von seinem zerstörerischen Werk abbringen kann.
freundliche Grüße
Peter Langer
Musterplatten mit Wärmedämmung
Spechte perforieren
Hauswände
Datum: Wed, 17 Jan 2001 14:47:24 +0100 Von: hih-mgh@t-online.de (hih) An: webmaster@birdnet.de
In Ellwangen an der Jagst/Baden Württemberg waren ebenfalls Bundspechte am Fassaden-Vollwärmeschutz
tätig. Der Außendienstmitarbeiter des betroffenen Verputzherstellers stellte
die Löcher direkt neben Holzbalken der Dachkonstruktion fest, die aus dem Fassadenverputz
unterhalb der Dachlinie an den Giebelseiten herausragen. Seine Vermutung: Die
Spechte fliegen Holzteile oder holzfarben gestrichene Bauteile an Fassaden an
und stellen dann die hohlklingende Verputzfläche fest.
Nach den Vermutungen von Herrn Bart lockt also sichtbares Holz bzw. holzfarben
gestrichene Bauteile an Fassaden die Spechte an. Ein eingeschalteter Forstbeamter
empfahl zunächst das Aushängen von grünen Tüchern vor den Fenstern. Auch eingeschaltete
Radios an den Fenstern konnten den Bundspecht nur kurzfristig vertreiben, bis
der Gewöhnungseffekt eintrat. Erst das Aufhängen von Sperberflugbildern vertrieb
den Bundspecht. Im Frühjahr 2001 werden voraussichtlich in Bad Mergentheim Musterplatten
mit Wärmedämmung an einem bisher von Spechten heimgesuchten Gebäude aufgehängt.
Wir werden weiter berichten.
Bis dann, mit freundlichen Grüßen, Michael Helget
Die Hand-in-Hand-Werker GmbH Max-Eyth-Str. 20 97980 Bad Mergentheim Tel.: 07931/990109
Spechte als
Perforierer an Hauswänden
Datum: Thu, 21 Dec 2000 15:25:02 +0100 Von: hih-mgh@t-online.de (hih) An: webmaster@birdnet.de
Hallo Ihr Verirrten Spechte,
die Ihr an wärmegedämmten Hausfassaden Meiselübungen ausführt! Wir machen mit
Euch jetzt ein lustiges Spiel, genannt "wer hat Angst vorm Schwarzen Sperber".
Wenn Ihr einmal an einer Fassade gemeiselt habt, und wir dies feststellen hängen
wir schnellstmöglich das Flugbild eines Sperbers in schwarzer Farbe an ein Fenster
oder an den Verputz. Ihr kennt Sie doch alle, diese blutrünstigen, freßgierigen
Sperber? Tja, und wenn dieses Sperberflugbild an einer Fassade hängt, dann heißt
es für alle Spechte schleunigst Reißausnehmen.
Diese Spiel wurde an mehreren mir nicht bekannten Fassaden in Schwäbisch Hall
bereits erfolgreich mit Buntspechten gespielt. Die Spechte haben nach dem Platzieren
der Flugbilder die Fassaden nicht mehr für Ihre Klopfübungen benutzt.
Ob dieses Spiel langfristig und überall funktioniert, kann ich natürlich nicht
sagen!
Mit freundlichen Grüßen, Michael Helget
Die Hand-in-Hand-Werker GmbH Max-Eyth-Str. 20 97980 Bad Mergentheim Tel.: 07931/990109
DIE HANDWERKER
Thomas
Griesohn schrieb:
Hi GBN, das Thema "Spechte als Hauswandperforierer" hat ja schon einigemal das
GBN beschäftigt. Jetzt melden sich Handwerker zu Wort und stellen einige interessante
Fragen. Ich weiß nicht, ob sich jemand schon mal so intensiv damit beschäftigt
hat (Diplom- oder Semesterarbeit?), dass er die Fragen beantworten kann. Wenn,
dann wäre das sicher für alle interessant. Andererseits ist das vielleicht für
die teilnehmenden Kolleginnen und Kollegen von den Hochschulen mal ein Anreiz,
das Problem zumindest wissenschaftlich beschreiben zu lassen.
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Spechte meißeln Löcher in Vollwärmeschutz
Datum: Tue, 28 Nov 2000 09:23:48 +0100 Von: hih-mgh@t-online.de (hih) An: webmaster@birdnet.de
Sehr geehrte Damen und Herren, wir sind ein Zusammenschluß von 12 Handwerkern.
Im Auftrag der hiesigen Kreisbau Gesellschaft stellten wir eine Wärmedämmung
aus Styropor mit Putzüberzug an einem Mehrfamilienhaus in Bad Mergentheim her.
Seitdem haben Spechte 3 mal Löcher in den Vollwärmeschutz geklopft. Aus den
Birdnews habe ich entnommen, daß eine Vogelschutzgruppe aus Nürnberg ebensolche
Schäden von mehreren Objekten meldet. Nach meiner Einschätzung kann dieses Beispiel
unter den Spechten doch sicherlich Schule machen. Da Wärmedämmungen einen wesentlichen
Beitrag zur Verminderung der CO2-Emissionen bewirken, wird die Verhinderung
ähnlicher Schäden doch sicherlich im Interesse der Ornithologen liegen. Um zukünftige
Schäden zu vermeiden, wären aus meiner Sicht folgende Fragen zu klären:
1. Was reizt die Spechte, gerade an den betroffenen Gebäuden Löcher zu klopfen?
2. Was unterscheidet diese Gebäude von anderen Gebäuden im Umfeld, die ebenfalls
einen Vollwärmeschutz aufweisen. Ist es ein bestimmter Farbton, oder ein Geruch,
oder eine Verputzstruktur?
3. Bis zu welcher Kornstruktur kann sich ein Specht am Verputz festkrallen?
Am oben erwähnten Objekt wurde ein 3-mm Kratzputz ohne Querrillen ausgeführt.
4. Werden Spechte durch Geruchsstoffe angelockt?
5. Wo gibt es Spechte in Volieren?
Bitte veröffentlichen Sie diese Nachricht in den Birdnews.
Zusatzinformation: Bad Mergentheim liegt in Baden-Württemberg.
Sollten Sie diese Nachricht nicht veröffentlichen können, bitte ich kurz um
eine Mitteilung.
Mit freundlichen Grüßen, Michael Helget
Die Hand-in-Hand-Werker GmbH, Max-Eyth-Str. 20, 97980 Bad Mergentheim
Tel.: 07931/990109
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Staatliche Vogelwarte Baden-Württemberg
Re:
spechte an hauswänden
Datum: Tue, 17 Oct 2000 16:57:13 +0200 Von: "Dr. Stefan Tewinkel" tewinkel@gmx.de
An: "LBV Geschäftsstelle Nürnberg" nuernberg@lbv.de, "GBN" GermanBirdNet@rrze.uni-erlangen.de
hallo, das folgende habe ich mal ins gbn gesetzt, unten dann eine antwort von
u. mahler
stefan
Dr. Stefan Tewinkel http://www.bavarianbirds.de
tewinkel@gmx.de
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Liebe Leute, die folgende Anfrage erreichte bavarianbirds.de. Wenn ich mich
recht entsinne, war etwas derartiges vor einiger Zeit mal im GBN angefragt worden.
Vielleicht kann ja jemand helfen. Meine eigenen Recherchen haben nur einen kurzen
Abschnitt aus einer Zeitung ergeben:
<
Wer weiss mehr?? Besten Dank Dr. Stefan Tewinkel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Betreff: Buntspecht-Problem
Liebe GBN'ler,
folgendes zum "Buntspecht-Problem" aus der Staatlichen Vogelschutzwarte Bad.-Württ.
(H.-J. Görze):
"Gelegentlich kommt es vor, dass sich vor allem Buntspechte an Hauswandisolierungen
zu schaffen machen. Der Grund könnte sein, dass die hohlklingende Wand Fraßgänge
von Insekten verspricht, die der Buntspecht als Nahrung gerne haben möchte.
Speziell im Frühjahr könnte er den hohlklingenden Putz auch als Resonanzkörper
für die Balz benutzen, oder gar als Schlafhöhle. Abhilfe kann man dadurch erreichen,
dass bunte oder schillernde Plastikstreifen am Dach angebracht einen zeitlichen
Vertreibungseffekt erzielen. Glatte Putzflächen haben den Vorteil, dass sich
der Vogel nicht an der Wand halten kann. Auch Anflugbäume können mit Vertreibungseffekten
versehen werden. Eine weitere Möglichkeit ist die schon erwähnte Bespannung
mit dünnen Drähten der betreffenden Stellen, ähnlich wie es bei den Stadttaubenvergrämungen
erfolgreich Verwendung findet.
Ich hoffe, ich konnte ein wenig weiterhelfen."
Das hoffe ich auch!
Ulrich Mahler
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: LBV Geschäftsstelle Nürnberg
lbv.nbg@t-online.de An: GBN GermanBirdNet@rrze.uni-erlangen.de Datum: Dienstag,
17. Oktober 2000 15:31
Betreff: spechte an hauswänden
>Hallo GBN'ler, > >wir bekommen zur Zeit viele Anrufe von entrüsteten Hausbesitzern
und würden >ihnen gerne weiter helfen, wissen aber nicht genau wie. Anscheinend
haben >Spechte >Hauswände, die mit Styropor isoliert sind, als ein neues Nahrungs-
und >Wohndomizil für sich entdeckt. Sie picken Löcher in die Hauswände, teilweise
>versuchen sie offenbar sogar Höhlen in die Wände zu bauen. Was kann man den
>Hausbesitzern raten, bzw. was kann man am Haus machen oder anbringen, damit
>Spechte nicht mehr Hauswände durchlöchern und zerstören. Ein wirksames >Mittel
scheint Fassadenbegrünung zu sein, nur möchte das nicht jeder >Hausbesitzer
und es ist leider nichts, was sofort wirkt. Vielleicht hat ja >jemand von Euch
einen wirksamen Tipp. > >Vielen Dank >Bianca Fuchs > > >
***************************************** >
LBV Geschäftsstelle Nürnberg-Fürth-Erlangen >Humboldtstr. 98 >90459 Nürnberg
>Tel.: 0911 / 45 47 37 >Fax: 0911 / 43 68 89 >E-Mail: nuernberg@lbv.de > >
*****************************************
S. 50-51
freundlicherweise
übermittelt von Frau U. Eitner aus Essen
> > Dr. Gerhard Creutz , Neschwitz:
"Spechte an Häusern und Lauben"
Auch der praktische Vogelschutz sieht sich immer wieder bisher unbekannten Problemen
gegenübergestellt. Ein Beispiel dafür liefern die Spechte. Im Herbst und Winter
suchen gern Grünspechte (Picus viridis) die Häuser in Dörfern auf, um deren
Fachwerkgebälk nach Spinnen und Insekten abzusuchen, die sie aus Spalten und
Löchern hervorziehen. Selbst den Grauspecht (Picus canus) konnte ich dabei beobachten,
wie er das mehrstöckige Gebälk einer hölzernen Veranda planmäßig und mit großem
Eifer nach versteckten Kerbtieren absuchte.
Ganz im Gegensatz dazu berichtet
Ernst M. Olsen (Feltornithologen 9, 1967, 98-106) aus Ostbornholm von einem
Schwarzspecht (Drycopus martius)(- oder waren es gar mehrere? -), der an einigen
Holzhäusern größere Schäden verursachte. Zwischen November und Januar wurden
vorwiegend an nach Süden gerichteten Giebeln der Holzhäuser in 2,15 m bis 5,20
m Höhe Löcher bis zur Größe von 18 cm X 25 cm geschlagen. Dabei wurde die Wandhöhe
nicht vollständig ausgenützt und die Wandflächenmitte offensichtlich gemieden,
vielmehr wurden die Höhlen meist etwa 35 Zentimeter von Dachkanten und Ecken
gemeißelt. Am Boden fanden sich bis 12 Zentimeter lange Holzspäne. Ein Brett
wurde bis in 70 cm Länge zerspellt, und selbst Fensterscheiben gingen bei der
Bearbeitung der Rahmen zu Bruch.
Bei dem Vorgehen erwies sich die Bemalung des Holzes mit Rot, Blau, Graugrün
oder Dunkelbraun als bedeutungslos, ebenso die Auskleidung der Zwischenräume
zweier Holzwände mit Plastik, schwarzer Teerpappe oder die Isolierung mit Rockwoolbatts,
und selbst eine unruhige Verkehrslage hinderte den Specht nicht an seinem Treiben.
Das Zunageln der Löcher oder ein Schutzanstrich mit dunkelbraunem Solignum blieben
nach kürzerer oder längerer Frist wirkungslos, so daß auf einer Fläche von einem
Quadratkilometer an drei Häusern 30 Bretter ausgewechselt werden mußten. Da
im folgenden Winter die gleichen Schäden zu beklagen waren, mußte in Einzelfällen
eine örtliche Abschußfreigabe gefordert werden. Ähnliche Erfahrungen machte
man übrigens auch in Norwegen.
Was mag den Specht zu seinem
Vorgehen bewogen haben? Obwohl "perfekt ausgeführte" Höhlen gezimmert wurden,
ist die Anlage von Bruthöhlen der Jahreszeit entsprechend kaum anzunehmen. Auch
die Suche nach Nahrung ist wenig wahrscheinlich, da ältere, "erfolgversprechendere"
Häuser unbeachtet blieben und andrerseits frisches Holz "bearbeitet" wurde.
Oder sollten - trotz wesentlich günstigerer Gelegenheiten - Übernachtungsmöglichkeiten
geschaffen werden? Die große Anzahl geschlagener Löcher ließe sich dann vielleicht
mit einem nicht befriedigenden Ergebnis erklären. Olsen erwägt auch das Abreagieren
eines Kräfteüberschusses - etwa bei Jungvögeln - oder auch eine mentale Verstörung
einzelner Individuen, die sich in einer "Spechtswut" - ähnlich der Tollwut -
äußern könnte.
Von Buntspechten (Dendrocopus major) werden in Waldrevieren mit Nistkastenbehang nicht selten Nistkästen dadurch entwertet, daß sie das Flugloch erweitern oder, wenn sie ein Blechschutz daran hindert, an den verschiedensten Stellen weitere Löcher schlagen und dadurch den Kasten völlig unbrauchbar machen. Derartige Verluste können einen Vogelschützer fast zur Verzweiflung bringen.
Schäden an Gebäuden waren bislang von Buntspechten nicht bekannt. Nun erreicht mich ein Hilferuf aus einer gepflegten Kleingartensiedlung am Stadtrand von Dresden. In ihr bilden zahlreiche hübsche, holzverschalte Gartenhäuschen einen besonderen Schmuck, an dem sich Besitzer und Vorübergehende gleichermaßen erfreuen. Nachdem die Blumenpracht vorüber ist, Obst und Gemüse eingebracht sind und es ruhiger in der Siedlung geworden ist, stellt ein Gartenbesitzer bei einem Besuch entsetzt fest, daß in die Wand seines Häuschens Löcher geschlagen sind. Er glaubt zunächst an einen Bubenstreich und bessert sie verärgert aus. Nach kurzer Zeit muß er - und nun mit ihm auch andere Gartenfreunde - den gleichen Schaden beklagen. Man ist ratlos, legt sich auf die Lauer und überrascht schließlich den Übeltäter: einen Buntspecht. Er fliegt an einem Apfelbaum ein, sichert, rutscht den Stamm abwärts, fliegt zum Haus und beginnt zu hämmern, wobei diesmal auch Späne fliegen. Hat ihm der hohle Klang der Schläge ein Versteck von Kerbtieren versprochen?
Nun ist also Abhilfe gefragt.
Für den kommenden Sommer kann ich nur empfehlen, in einigem> Abstand Laufbohnen
hochzuziehen oder Kletterrosen und Schlingpflanzen anzupflanzen. Aber jetzt?
Da kann wohl nur ein Drahtgewebe, eine alte Gardine oder ein Vorhang aus hängenden
Bindfäden, stets in etwas Abstand von der Hauswand, helfen. Das sieht gewiß
nicht gerade schön aus, verspricht aber eine rasch wirksame Abhilfe und läßt
sich jederzeit wieder leicht entfernen. Zum Glück neigen offenbar nur einzelne
Individuen zu derart ausgefallenem Verhalten. Ein rasches Eingreifen kann jedoch
verhindern, daß es Nachahmung findet!
Dr. Gerhard Creutz , Neschwitz
(Der Falke Heft 2/1990, S. 50-51)
Re: GBN: Spechte als
Perforierer
Datum: Mon, 18 Dec 2000 20:44:07 +0100 Von: "OAG-Mittelfranken" oag-mfr@fen-net.de
An: "thomas griesohn-pflieger" tgp@birdnet.de
* 0Creutz, G. (1990): Spechte an Haeusern und Lauben Der Falke 2: 50-51
* Pannach, D. (1997): Buntspecht beschaedigt Hausfassade Mitteilungen Verein
Saechsischer Ornithologen 8, Heft 2: 156
* Schneider, W. (1982): Buntspecht betrommelt Eisenrohre Beitraege zur Vogelkunde
28, Heft 3: 189
* Steiof, K. & Bauer, H.-G. (1995): "Problemvoegel" - ungeliebte Vogelarten
Berichte DS/IRV 33: 23-37
Beste Gruesse Andreas Bernt
OAG-Mittelfranken
http://www.fen-net.de/oag-mittelfranken
Spechte zerstören Polystyroldämmung
an Hauswand
Datum: Tue, 19 Dec 2000 14:17:35 +0100 Von: Werner Rathgeb u360215@stuttgart.de
An: webmaster@birdnet.de Hubert.Ott@stuttgart.de
Guten Tag,
in Stuttgart dringen jährlich ein bis zwei Problemfälle bis zur Umweltberatung
durch.
Sie kommen aus ganz Baden-Württemberg. Ich schätze, es gibt jährlich mehrere
hundert Fälle in Deutschland.
Ich rate dazu, einige Haken für ein Netz oder für abschreckende Glitzerfolienstreifen
z.B. am den äußeren Dachbalken anzubringen. Dies ist nicht teuer und kann entfernt
werden. Vorübergehend kann ein optisch unaufflälliges helles Nylon-Netz angebracht
werden (Abstand zur Wand ausprobieren, Maschenweite ca. 3 bis 8 cm) das kann
dann bei Bedarf auf oder abgehängt werden.
Der Schutz der Bausubstanz sollte Vorrang vor optischen Nachteilen bekommen.
Leider erhalte ich keine Rückmeldung über den Erfolg der Versuche. mfG ______________________________________________________________________
Landeshauptstadt Stuttgart
Amt für Umweltschutz
Werner Rathgeb
Telefon: 0711 / 216 - 7711